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Sauerstoffsättigung zu niedrig, Symptome einer möglichen Hypoxie bzw. eines Sauerstoffmangels.

Am Ende einer Apnoephase musst du dich mit einer ganz wichtigen Frage beschäftigen:

Ist meine Sauerstoffsättigung zu niedrig, sind Symptome vielleicht schon erkennbar?

Ist meine Sauerstoffsättigung im Blut noch normal?

Soll oder muss ich auftauchen, um nicht bewusstlos zu werden?

Um dies zu klären habe ich diesen Artikel hier verfasst.

Viel Spaß beim Lesen.

  

Was ist die Sauerstoffsättigung?


Da du ca. 20.000 – 25.000 Mal pro Tag atmest, werden auch dementsprechend Gase in der Lunge von einer hohen zu einer niedrigen Konzentration und umgekehrt ausgetauscht.

Bei der Atmung wird frischer Sauerstoff aus der Luft aufgenommen und in der Lunge verwertet bzw. ausgetauscht.

Die Ventilation der Lunge sorgt dafür, dass der Partialdruck des Kohlendioxid (SpCO2) sowie des Sauerstoffs (SpO2) in den Lungenbläschen durch den sogenannten Gasaustausch regelmäßig ausgetauscht wird.

Dabei versucht deine Lunge den Sauerstoffpartialdruck möglichst hoch und den Kohlenstoffdioxidpartialdruck möglichst niedrig zu halten.  

Die Sauerstoffsättigung gibt also an, zu wie viel Prozent des sauerstoffbindenden Proteins Hämoglobin mit Sauerstoff gesättigt ist.

Die Sauerstoffsättigung (sO2) darf aber nicht mit dem Sauerstoffpartialdruck verwechselt werden.

Der Sauerstoffpartialdruck wird nämlich durch eine Blutgasanalyse im arteriellen bzw. im Kapillarblut gemessen und bestimmt.

Die Aufgabe des Sauerstoffs im Blut

Die wichtigste Funktion unseres Atmungssystems besteht darin für den Austausch von Sauerstoff und Kohlendioxid zu sorgen.   

Der über die Atemwege und dann in der Lunge aufgenommene Sauerstoff gelangt dort über die Alveolen und Kapillaren ins Blut. Über den Blutkreislauf werden unsere Zellen dann mit frischem Sauerstoff versorgt.

Kohlendioxid hingegen wird durch den Blutkreislauf vom Blut zu den Alveolen transportiert und dann über die Atemwege wieder abgeatmet, da es ein Abfallprodukt unseres Organismus ist, der durch chemische Prozesse im Stoffwechselkreislauf entstanden ist.

Findet während der Apnoephase diese Atmung bzw. dieser Austausch nicht statt, so steigt letztendlich die Kohlendioxidsättigung wohingegen die Sauerstoffsättigung dann langsam fällt.

Dies ist auch gut in den inspiratorischen (eingeatmeten) bzw. exspiratorischen (ausgeatmeten) Atemgasen bei einer Atemgasanalyse zu sehen.

Zusammensetzung der Atemluft

Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome

Die Zusammensetzung der Atemluft ist eigentlich fast immer konstant. Es sei denn du befindest du irgendwo in einem geschlossenem Raum oder Behälter.

An der frischen Luft findest du meistens folgende Werte.

Dein Körper verwertet bei der Atmung hauptsächlich Sauerstoff und Kohlendioxid.

Stickstoff und die Edelgase sind für den Körper nicht wichtig.

Bei einer langen Apnoephase variieren die Werte der ausgeatmeten Atemluft natürlich.

Atemluft beim Einatmen:

  1. ca. 21% Sauerstoff
  2. ca. 0,03 % Kohlendioxid
  3. 78 % Stickstoff
  4. ca. 1 % andere Edelgase

Atemluft beim Ausatmen:

  1. ca. 15-20 % Sauerstoff (fällt bei einer langen Apnoe)
  2. ca. 1-7 % Kohlendioxid (steigt bei einer langen Apnoe)
  3. 78 % Stickstoff
  4. ca. 1 % Edelgase

Welche Faktoren beeinflussen die Sauerstoffsättigung?


Die Sauerstoffbindungsfähigkeit an das Hämoglobin ist von mehreren Faktoren abhängig.

Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome

Diese sind:

  • der H+-Ionenkonzentration (führt zu einem unterschiedlichem pH)
  • dem Kohldioxidpartialdruck (pCO2)
  • der Temperatur
  • der Konzentration von 2,3-Biphosphoglycerinsäure (2,3-BPG)

Sauerstoffbindungskurve

Unter dieser Annahme führt folgendes Szenario zu einer besseren Sauerstoffaufnahme in der Lunge:

  • eine niedrige H+-Ionenkonzentration (niedriger pH)
  • einem niedrigem Kohldioxidpartialdruck (pCO2)
  • einer niedrigen Temperatur
  • und einer geringen Konzentration von 2,3-Biphosphoglycerinsäure (2,3-BPG)

Und genau umgekehrt zur besseren Abgabe von Sauerstoff ins Gewebe:

  • eine hohe H+-Ionenkonzentration (hoher pH)
  • einem hohem Kohldioxidpartialdruck (pCO2)
  • einer hohen Temperatur
  • und einer hohen Konzentration von 2,3-Biphosphoglycerinsäure (2,3-BPG)

Den 2,3-BPG Wert kannst du zum Beispiel durch Ausdauertraining erhöhen, was eine Rechtsverschiebung der Sauerstoffbindungskurve ermöglichen würde. Dies würde dann eine bessere Abgabe von Sauerstoff ins Gewebe hervorrufen.

Sauerstoffsättigung messen


Um die Sauerstoffsättigung zu messen hast du die Möglichkeit ein Pulsoxymeter zu verwenden.

Dieses #1 Bestseller Pulsoximeter eignet sich hervorragend:

Bei der Pulsoxymetrie wird über eine Lichtabsorbtionsmessung, also der Durchleuchtung der Haut geprüft, wie viel Licht von der Haut absorbiert wird, um so die  Sauerstoffsättigung zu ermitteln.

Ein mit viel Sauerstoff beladenes Hämoglobin hat nämlich ein anderes Lichtabsorbtionsverhalten als ein wenig beladenes Hämoglobinprotein.    

Das Pulsoxymeter wird bei der Messung einfach über einen deiner Finger gestülpt.

Meistens wird dafür der rechte Zeigefinger verwendet und schon zeigt dir das Pulsoxymeter deine Sauerstoffsättigung an und du kannst beurteilen, ob deine Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome eventuell vorhanden sind und du dann reagieren kannst.

Im Hallenbad beim Streckentauchen ist dies natürlich nicht ohne weiteres möglich, aber bei der Statik durchaus.

Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome

Bei uns im Becken haben wir die Sauerstoffsättigung schon mehrfach so gemessen und nachverfolgt.

Allerdings musst du bei einem starken Tauchreflex was eine starke Gefäßverengung zu den Gliedmaßen mit sich zieht natürlich beachten, dass die Sauerstoffsättigung dann ein wenig verfälscht wird, da nicht mehr genügend Blut zu den Extremitäten gelangt.

Sauerstoffsättigung Werte

Die Sauerstoffsättigung Werte sind unabhängig von Alter und Geschlecht. Sie sollten im Normalfall so zwischen 94 und 99 Prozent betragen.

Während einer längeren Apnoe, entweder beim normalen Luft anhalten (Statik) oder beim Streckentauchen (Dynamik) kann und wird zwangsläufig irgendwann deine  Sauerstoffsättigung fallen.

Je nachdem wie stark deine Toleranz gegenüber niedrigem Sauerstoff und hohem Kohlendioxid ist, wirst du früher oder später bewusstlos werden oder Anzeichen einer Hypoxie wahrnehmen und erleiden.

Hast du womöglich vorher noch hyperventiliert, so ist durch die niedrigere Kohlendioxidsättigung dein Atemreiz verzögert.

So gelangst du in einen gefährlichen Bereich, wo deine Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome, die du zu spät oder dann gar nicht wahrnimmst.

Die Gefahr eines Blackouts ist dann relativ groß und ziemlich wahrscheinlich.

Also bitte niemals hyperventilieren!

Messgrößen der Sauerstoffsättigung:

  • sO2:  allgemeine Sauerstoffsättigung
  • SaO2: arterielle Sauerstoffsättigung
  • SpO2: Sauerstoffsättigung (mit dem Pulsoxymeter gemessen)
  • SVO2: venöse Sauerstoffsättigung

Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome einer Hypoxie


Durch die Apnoephase und dem nicht möglichen Gasaustausch von Sauerstoff und Kohlendioxid in der Lunge gelangst du mit weiter zunehmender Zeit an den Bereich einer Hypoxie.

Die Hypoxie ist ein Zustand, wo entweder Teile deines Körpers oder auch der vollständige Organismus vom Sauerstoffmangel bzw. einer zu niedrigen Sauerstoffsättigung betroffen ist.

Wenn die Sauerstoffsättigung zu niedrig ist treten verschiedene Symptome bei einer Hypoxie auf. Diese sind teilweise vollkommen unterschiedlich und sie sind auch nicht vorhersehbar.

Sauerstoffsättigung: Symptome einer Hypoxie

  • Bläulich verfärbte Lippen, Nägel, Ohren und Zunge
  • Kopfschmerzen oder Schwindel
  • Grau oder bläulich verfärbte Haut
  • Bewusstseinsveränderung wie Ohnmacht (Blackout), Samba (LMC/unkontrolliertes Muskelzucken)
  • Benommenheit
  • Orientierungsverlust
  • Tunnelblick
  • Plötzliche Müdigkeit
  • Sehr starker Atemdrang
  • Aber auch abfallender Atemdrang
  • Euphorie

Anzeichen, dass der Apnoetaucher sofort gerettet werden muss

  • Koordinationsverlust
  • Orientierungsverlust
  • Plötzlicher Bewegungsstopp
  • Blaue Lippen
  • Plötzlicher Abgang der Atemluft
  • Samba (LMC/unkontrolliertes Muskelzucken) und Blackout
  • Plötzliches Absinken unter die Wasseroberfläche nach dem Auftauchen

Fazit


Du kannst deine Sauerstoffsättigung ziemlich gut und günstig mit einem Pulsoximeter messen und beurteilen.

Unter Wasser beim Strecken- oder Tieftauchen ist eine Messung nicht möglich aber bei Statik,  entweder im Wasser oder aber auch „trocken“ kannst du wunderbar deine Sauerstoffsättigung messen und verfolgen.

Ist die Sauerstoffsättigung zu niedrig Symptome dann bei deinem Tauchpartner erkennbar, musst du reagieren und ihn womöglich hochholen und retten.

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Über den Autor

Sebastian ist Gründer von Freitauchen-lernen, Reisejunkie, Apnoetauchlehrer und Videofilmer. Er ist absoluter Fan dieses Sports mit all seinen wunderbaren Facetten und er liebt es angehenden und fortgeschrittenen Apnoetauchern diesen faszinierenden Sport beizubringen und deren Wissen zu vertiefen.

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